SV Union Velberts Güngör klagt: „ Wir wären Meister geworden“

04.06.2020

Der SV Union zittert gleich bei zwei Mannschaften um den Aufstieg. Mesut Güngör ist sich sicher, dass Union kein Spiel mehr verloren hätte.

 

Joachim Dünn vom 27.05.2020

 

Mit großer Spannung erwarten die Verantwortlichen und Spieler des SV Union Velbert, wie die am Niederrhein aktuell noch unterbrochene und bald wohl abgebrochene Fußballsaison 2019/20 gewertet wird, denn bei gleich zwei Mannschaften des Vereins fällt die Entscheidung über einen möglichen Aufstieg am „grünen Tisch“ durch den Verband.

So belegt die Bezirksligamannschaft der Unioner aktuell den zweiten Tabellenplatz, der laut den Durchführungsbestimmungen zur Teilnahme an den Relegationsspielen um den Landesligaaufstieg berechtigen würde. „Wir waren mit Beginn der Rückrunde die stärkste Mannschaft, haben fast alles gewonnen und auch den Spitzenreiter 1. FC Wülfrath geschlagen. Wir hatten die beste Tendenz, die Mannschaft hatte sich gefunden und war extrem gefestigt“, so Trainer Mesut Güngör.

Und weiter: „Wülfrath hat zuletzt geschwächelt, während Vohwinkel sich zwar im Winter noch einmal nominell durch gute Fußballer verstärkt hat, die aber noch keine Mannschaft waren. Ich bin sicher, dass wir kein Spiel mehr verloren und zu Hause keinen Punkt mehr hätten liegen lassen, so dass wir am Ende der Saison als Erster über die Ziellinie gegangen wären“, behauptet Trainer Güngör selbstbewusst und versucht seine Einschätzung zu belegen: „Ich bin so lange im Geschäft, dass ich solche Dinge erkenne. Ich bin mehrfach aufgestiegen und da stellte es sich ähnlich dar, ich habe da jetzt ein Deja-vu. Ohne Wenn und Aber, wir wären Meister geworden und haben deshalb den Aufstieg in die Landesliga verdient“, fordert der Coach.

Knackpunkt Mannschaftsrückzug

Doch die Situation ist kompliziert. Fest steht, dass es keine Absteiger, wohl aber Aufsteiger geben wird. Doch nach welchen Kriterien soll die abgebrochene Saison gewertet werden? Der FSV Vohwinkel hat zwei Punkte weniger als die Velberter auf dem Konto, hat aber ein Spiel weniger ausgetragen. Dafür verfügen die Wuppertaler aber über den besseren Quotienten, wenn man die Punkte durch die Zahl der absolvierten Spiele teilt. „Da reden wir über die zweite Stelle hinter dem Komma“, sagt Güngör.

Abteilungsleiter Peter Kurka geht die Angelegenheit unter einem anderen Aspekt an: „Wer sagt denn, dass Vohwinkel dieses ausstehende Spiel gewonnen hätte? Wir haben die Punkte schon. Die ganze Schieflage ist doch letztlich nur dadurch entstanden, dass der ASV Wuppertal seine Mannschaft im laufenden Spielbetrieb zurückgezogen hat.“

Wenn seinem Verein dadurch ein Nachteil entstehen würde, würde er das nicht als gerecht ansehen. „Ich hoffe auf eine faire Lösung“, verleiht der Coach seinem Wunsch nach der Bildung einer dritten Landesligagruppe Ausdruck. „Ich habe die Hoffnung, dass wir dann auch als bester Dritter der Bezirksligen mit dabei wären“, merkt Kurka an.

Dritte Mannschaft des SV Union Velbert kämpft in der Kreisliga B um den Aufstieg

Ähnlich gestaltet sich die Situation in der Kreisliga B, in der die dritte Mannschaft der Unioner um Punkte spielt. Das Team, das nicht in Tönisheide, sondern am Waldschlösschen trainiert und seine Partien austrägt, führt zwar die Tabelle an, doch der punktgleiche Langenberger SV und der FC Langenberg, der zwei Zähler weniger auf dem Konto hat, haben je ein Spiel weniger absolviert.

„Wir waren Herbstmeister und liegen auch jetzt hier in Front. Auch hier kann man nicht zwingend davon ausgehen, dass die Konkurrenz die Punkte holt, die wir schon haben“, stellt der Abteilungsleiter klar.

„Momentan ist es alles nur Spekulation, erst Mitte Juni werden wir Gewissheit haben. Natürlich hoffen wir, dass wir bei der Bescherung zweimal dabei sind. Wenn alles gegen uns läuft, dann ist es eben so und wir gehören zu den Verlierern“, meint er lakonisch.

 

Zwischenzeitlich hat der Verein auch die Jugendmannschaften zum ersten kontaktlosen Training nach der langen Pause gebeten. „Die Senioren haben wir noch außen vor gelassen. Da nicht absehbar ist, wann wieder um Punkte gespielt werden kann, es aber sicherlich noch mehr als drei Monate dauern wird, kann man gestandene Fußballer auf Dauer nicht mit Gymnastik und ähnlichem begeistern“, erläutert Kurka.

Dafür ist der Verein in der Personalplanung der ersten Mannschaft für die kommende Saison, wann auch immer und in welcher Spielklasse die beginnen wird, schon sehr weit.

„Bis auf Ferhat Ural, der in den Kölner Raum umziehen wird, und Nenad Jeftic, der in seine bosnische Heimat zurückkehren wird, haben wir den Kader halten können. Lediglich hinter Torhüter Asterios Karagiannis steht aus beruflichen Gründen noch ein Fragezeichen“, verkündet Mesut Güngör.

Fünf Neuzugänge, die zu einem späteren Zeitpunkt präsentiert werden sollen, stehen bereits fest, mit zwei weiteren Kandidaten sind die Verantwortlichen noch in Gesprächen.

 

Foto: Mesut Güngör